Ausgangslage
Die rückläufigen Schülerzahlen bringen vielen Schulgemeinden ungünstige Klassengrössen im bisher üblichen Jahrgangssystem. Kleine Gemeinden führen deshalb oft Doppelklassen, die sie aber nach Jahrgang getrennt unterrichten. In der Sekundarstufe verschärft die Tren-nung in Real- und Sekundarstufe sowie in die oft regional geführte Klein- oder Werkjahrklasse das Mengenproblem.
Der grosse strategische Freiraum, den die Gemeinden in ihrem Bildungsauftrag geniessen, bietet viele Lösungsmöglichkeiten und Herausforderungen:
- Der Rahmen der kantonalen Vorgaben gestattet den Schulen, sich ein eigenes Profil und eine relativ flexible Organisationsstruktur zu geben.
- Andererseits wird das Rad dadurch mehrfach erfunden und viel Zeit in Entwicklung der eigenen Schule investiert, ohne interessiert nach links und rechts zu schauen, was an-dere vielleicht schon erfolgreich umgesetzt haben könnten.
- Entwicklungszusammenarbeit zwischen mehreren von einander unabhängigen Schul-gemeinden würde hier viel Kraft und Zeit sparen helfen und die Kosten für den Beizug externer Bildungsexperten aufteilen.
- Das Konzept ‚Geleitete Schule‘ beginnt im Alltag des Schulrats und der Schulen Konturen anzunehmen. Vielerorts werden die Möglichkeiten zur klareren Trennung von strate-gischer, taktischer und operativer Ebene noch nicht genügend ausgeschöpft. Das bindet Kräfte am falschen Ort.
- Die schwindenden Schülerzahlen zwingen Schulrat, Schulleitung und Lehrpersonenteam, auf ihrer spezifischen Entscheidungs- und Umsetzungsebene das gemeinsame Ziel einer guten und existenzfähigen Schule zu finden. Dies erfordert grössere Zusammenarbeit, klarere gegenseitige Anerkennung der Ebenenkompetenz und das Bewusstsein, dass auch die Entwicklung von Schulen Zeit, Energie und Geld braucht.